​Mitglieder CLUB OF ROME Deutschland und des jungen ThinkTank30 zur "How dare you?"-Rede von Greta Thunberg

"How dare you" fragte Greta Thunberg wiederholt uns alle und prangerte dabei das derzeitige System und die leeren Worte vieler an.

Sie ringt dabei mit ihren Emotionen, die sie zu überwältigen drohen. Was löst ihre Rede in uns aus? Was denken und empfinden wir dabei? Und was empfinden vielleicht die Millionen junger Menschen, die unser System und die gelebten Narrative protestierend infrage stellen?

Diese Sammlung von Stimmen aus der Deutschen Gesellschaft CLUB OF ROME und ihres jungen ThinkTank30 ist ein Versuch einer Annäherung an diese Fragen.

#Howdareyou

Dr. Ali Aslan Gümüsay, Mitglied ThinkTank30

"Greta appelliert an unseren Verstand und unser Herz mit der rhetorischen Frage: „how dare you?!“ Und so wie die Frage mitgefühlt werden kann, so muss auch die Antwort eine Symbiose aus Kopf und Körper, Mensch und Natur sein. Ich hoffe, dass der Protest zu einem Umdenken und Neuhandeln bewegt. Denn ein weiter so führt ins nirgend wo."

Anna Katharina Meyer, Mitglied ThinkTank30

"Greta beginnt Ihre Rede mit den Worten „We are watching you.“ Fridays for Future konnte nur durch die Kraft dieses Mädchens und durch das Feuer unserer Jugend zu dem werden, was es ist. Aber wohin gehen wir von hier? Macht eine Unterscheidung in „Wir“ und „Ihr da oben“ noch länger Sinn? Müssen wir uns nicht ALLE, und damit meine ich Menschen jeden Alters, jeder Religion, von jedem Fleckchen dieser Erde, eng zusammen stellen, uns gegenseitig in die Augen schauen (und dafür gibt es im Alltag viele, viele Situationen pro Tag) und fragen: Ist es wirklich dieser Lebensstil, der uns alternativlos erscheint? How do we dare?!?!?!

 

Wie wichtig sind wir, dass wir von Köln nach Berlin fliegen müssen, um eine Stunde und ein paar Euro zu sparen? Was nehmen wir uns heraus beim gedankenlosen Grillabend? Wie können wir uns als politisch Verantwortung tragende Menschen mit Positionen aufhalten, die der Umwelt schaden? Halten wir uns für so überlegen? How do we dare?!?!?!?!? Unserem Planeten ist es wahrscheinlich egal wie er sich weiterentwickelt. Die Frage ist, wie lange wir hier noch leben können. Was wir ab heute tuen können: Zusammenhalten! Wir ALLE für uns ALLE. Everyone watching everyone (im Sinne gegenseitiger Unterstützung). Everyone daring to change."

Uli Mayer-Johanssen, Mitglied Deutsche Gesellschaft CLUB OF ROME

"Greta Thunberg – Kassandra unserer Tage? Kassandra wurde von Apollon verflucht, daß trotz ihrer stets
korrekten Vorhersagen nie Glauben geschenkt werden sollte. Wie soll man seiner Verzweiflung Ausdruck
verleihen, wenn das Gefühl nicht gehört zu werden alles überwältigt? Greta hat es geschafft, daß ihr 16-jährig die ganze Welt zuhört und auf sie schaut. Es ist ihre Rigorosität, die neu und unerhört ist. Die Tatsachen, von denen sie redet, und ihre Prognosen sind nicht neu. Dass sie sich nicht einlassen will auf die immer neuen Versprechungen, Klimakonferenzen und -pakete, das allerdings ist revolutionär.

 

Wir alle kennen solche Momente, in denen die persönliche Betroffenheit, der Blick auf Unabwendbares jeden Hoffnungsschimmer raubt. Seherin und Blinde sind in diesem Fall ein unheiliges Gespann. Ein „Weiter so“ ist keine Option – trotz allen Gesäusels interessierter Kreise, denen ihre Rendite wichtiger ist als die Lebensgrundlagen unserer Welt. Kein Wunder, daß ihre emotionale und sehr persönliche Rede vor der UN-Versammlung als hysterisch und pubertär abqualifiziert wurde.

 

Insofern tun sich Parallelen auf zu Kassandra, die ebenfalls daran verzweifelte, daß nicht ernstgenommen wurde, was sie klar vor sich sah. Wir alle sind in der Verantwortung, ob es Kläger gibt oder nicht. Wir zerstören sehenden Auges und wider besseren Wissens unsere Lebensgrundlagen und wiegen uns in trügerischer Gewissheit, dass das, was nicht mehr zu leugnen ist, nicht unsere Handschrift trägt. „Ich wasche meine Hände in Unschuld“ – der schlimmste Selbstbetrug. Dabei haben wir es in der Hand. Ein entweder oder hilft nicht weiter. Erkenntnis ist der beste Weg zur Veränderung, nur braucht es auch eine klare Haltung und Entschlossenheit alle Kräfte zu bündeln um neue Wege in eine lebenswerte Zukunft zu ebnen."

Dr. Dirk Hamann, Mitglied Deutsche Gesellschaft CLUB OF ROME

"Ich bin davon überzeugt, die meisten Regierenden haben überhaupt nicht die Wucht der von GT ausgelösten
(emotionalisierenden) Bewegung verstanden: sie enttäuschen und verlieren (praktisch für immer) die
künftig Wahlberechtigten (soweit derzeit noch unter 18) und übersehen, dass auch immer mehr der
jetzt 60/70/80/90 Jährigen – und sei es nur aus schlechtem Gewissen angesichts des jahrzehntelangen,
CO2 Ausstoss vermehrenden Konsumrausches – zugunsten ihrer Enkel demnächst grün wählen werden."

Fabian Brandt, Mitglied Deutsche Gesellschaft CLUB OF ROME

"Greta Thunberg spricht mit der größten möglichen Klarheit und Schärfe aus, dass der Kaiser splitternackt ist. Sie bringt die Wahrheit auf den Punkt, unverblümt und treffsicher. Eine Rede, die in die Geschichtsbücher eingehen wird. Weiter so Greta!"

Kristin Vala Ragnarsdottir, Full Member CLUB OF ROME International

"Als ich gestern Gretas Rede in der UN hörte durchlief ich ein Wechselbad an Gefühlen. Dass Greta dort
stehen und eine Rede halten musste, weil unser Planet in eine Notlage geraten war, machte mich traurig.
Das mangelnde Verständnis der Öffentlichkeit und der Politiker deprimierte mich. Schuld daran ist meiner
Meinung nach das Bildungssystem, dessen auch ich ein Teil bin. Eine Hoffnung gab mir der Club of Rome.
Ich war überzeugt, dass er uns die ganzheitlichen Denkweisen liefern kann, die heutzutage notwendig sind.
Der Club of Rome und seine Mitglieder werden uns helfen, die Wahrheit auszusprechen und jene Stimmen
zum Schweigen zu bringen, die nur in ihrem eigenen Interesse oder im Interesse des ewigen Wirtschaftswachstums handeln. Gemeinsam können wir eine Vision schaffen, die nicht dem Wachstum, sondern dem Leben und der Natur dient. Als Greta versicherte, dass eine Veränderung naht, war ich

erleichtert – denn schon bald werden junge Menschen zur Wahl gehen dürfen und alle Dinosaurier abwählen, die sich bis heute gegen dienotwendigen Veränderungen stellen."

Monika Sebold-Bender, Mitglied Deutsche Gesellschaft CLUB OF ROME

"Greta Thunberg spricht für die nächsten Generationen. Scham ist das Gefühl, dass sie bei mir auslöst.
Scham, weil wir schon lange wissen, dass wir zu Lasten der nächsten Generationen leben. Wie konnte ich das vergessen! Greta sendet einen Weckruf an die Welt. Ich bin dankbar und hoffe, dass sich viele finden, die diesen Ruf hören und dazu beitragen, dass ihr Engagement sich lohnt. Mich hat sie aufgeweckt."

Andreas Huber, Mitglied Deutsche Gesellschaft CLUB OF ROME

Vor fast 50 Jahren diskutierte die Welt über die „Grenzen des Wachstums“. Heute stehen wir an diesen Grenzen und dennoch halten wir am Wachstum fest. Wenn ich Greta’s „how dare you“-Fragen höre, löst das in mir eine große Betroffenheit und Traurigkeit aus. Und gleichzeitig Hoffnung und Motivation: Ich spüre eine Energie und Mut in mir. Wir wissen, dass es so nicht weiter gehen kann, aber die Verzweiflung zu sehen und, wie sie mit ihren eigenen Emotionen kämpft, um nicht überwältigt zu werden, löst in mir das Gefühl aus, dass wir über diese Ergriffenheit das Wachstumsnarrativ nicht nur kognitiv anzweifeln als Weltgemeinschaft, sondern mehr und mehr Menschen – wie ich – in sich spüren, dass wir an einem Wendepunkt stehen und uns dem zuwenden, wovon wir spüren, dass es lebensfördernd und -dienlich ist.

Dr. Petra Künkel,
Mitglied Deutsche Gesellschaft CLUB OF ROME &
Full Member CLUB OF ROME International

Es gibt eine alte Weisheit aus Afrika: da, wo eine Krankheit auftaucht, wächst auch das Heilkraut, sie zu behandeln. Daran erinnerte mich die emotionale Rede von Greta Thunberg vor der UN, die emotional sein muss, denn wir müssen uns an unsere Menschlichkeit erinnern und an unsere Fähigkeit, das Heilkraut zu finden, an unsere Kompetenz, unseren Einfluss auf unseren Planeten mit Herz und Verstand zu gestalten. Beide sagen, dass wir das können, die Wissenschaft mit Zahlen und die Aktivisten mit Ideen. Alle zusammen – auch Industrie und Politik - mit unausweichlichem und ehrlichen Dialog über Verantwortung für die Zukunft.

Dr. Maike Sippel, Mitglied Deutsche Gesellschaft CLUB OF ROME

Die Erkenntnis, dass wir tatsächlich dabei sind, die Basis für zivilisiertes Leben auf der Erde zu zerstören, überkommt mich seit einigen Monaten immer wieder mit großer Traurigkeit. Als Wissenschaftlerin habe ich damit gehadert, das zuzulassen. Mittlerweile glaube ich, dass diese Emotionen eine normale menschliche Reaktion auf das wirkliche Verstehen der wissenschaftlichen Fakten zur Klimakrise sind. Und ich bin überzeugt, dass die Intensität dieses Bewusstwerdens eine starke Quelle der Kraft sein kann - dafür, gemeinsam mutige

Lösungen für die Zukunft zu denken - und sie in und mit unserem eigenen wunderbaren Leben umzusetzen.

Prof. Dr. Franz Josef Radermacher, Mitglied Deutsche Gesellschaft CLUB OF ROME

"Der Satz „How dare you?“ hat viele bewegt und insbesondere viele Menschen in der Politik empört, die sich schon lange für mehr Klimaschutz einsetzen: Von der UN-Klimarahmenkonvention über das Kyoto-Protokoll bis hin zum Paris-Vertrag oder das Erneuerbare-EnergienGesetz in Deutschland. Aus meiner Sicht war der Satz als kalkulierte Provokation gut vorbereitet. In der Sache hat er das „Thema verfehlt“, aber kalkuliert und absichtlich."

Climate Emergency Plan des CLUB OF ROME International.
Maßnahmenplan zur schnellen Kehrtwende.

Weitere Infos & Aktivitäten zum Thema

Der Climate Emergency Plan des CLUB OF ROME International schlägt 10 Maßnahmen für sämtliche Bereiche vor. Der Plan soll als Weckruf verstanden werden. Der Climate Emergeny Plan wurde von Co-Präsidentin Sandrine Dixson-Declève am 4. Dezember im EU-Parlament verschiedenen Repräsentanten des Hauses, der EU Kommission sowie aus der Wirtschaft und Zivilgesellschaft präsentiert.

Unter Punkt 1 fordert der Climate Emergency Plan des CLUB OF ROME den Stop von Subventionen für fossile Brennstoffe in Industrieländern bis 2020 (bis 2030 für sich entwickelnde Länder). Außerdem einen globalen Kohleausstieg bis zum Jahr 2050.

Die Punkte im Einzelnen zusammengefasst:

  1. Ende der Subventionen bis 2020

  2. Weitere Verdopplung der Kapazitäten erneuerbarer Energien alle vier Jahre und Verdreifachgung der jährlichen Investitionen bis 2025

  3. Darstellung der echten Kosten durch fossile Brennstoffe bis 2020

  4. Ersetzen des BIP als einzigen Indikator für Wohlstand

  5. Verbessertes Kühlmittel-Management bis 2020

  6. Förderung von technologischen Entwicklungen 2020

  7. Sicherstellung einer höheren Effizienz und Wiederverwertung bis 2025

  8. Schnellere politische Entscheidungen und Schaffen von Rahmenbedingungen für regenerative und "Low Carbon" Landnutzung

  9. Bildung, Gesundheitsvorsorge und Programme zur Familienplanung, insbesondere für Frauen

  10. Sicherstellung eines fairen und gerechten Wandels in den betroffenen Regionen

kohleausstieg_club_of_rome.jpg
Benchmark Nachhaltigkeit: Sustainability Zeroline
Von Mitglied Dr. J. Daniel Dahm

Im weit gespannten Bogen lässt der Geograph J. Daniel Dahm aus dem planetaren Biogeosystem die Anthroposphäre aufsteigen. Bildhaft mit zahlreichen Beispielen, entfaltet sich aus dem Kosmos menschlicher Vorstellungen und Traditionen ein neuer Blick auf das Mensch-Natur-Verhältnis, und mündet in eine neue, normative Orientierung für unsere Zukunft und als Handlungsnorm für Politik und Ökonomie.

Auszug:

"Heute  kann  nicht  mehr  von  einem  stabilen  Bestand  bioökologischer  Ressourcen ausgegangen werden, genauso wenig von einer robusten Rohstoffbasis, die Produktionsgrundlagen wurden über die letzten Jahrzehnte empfindlich gestört und reduziert. Seit spätestens Mitte des 20. Jahrhunderts nimmt die Menschheit, geführt und getrieben von den alten Industrienationen, exzessiv ökologische Schulden auf, die sich heute als Defizite in den planetaren Commons äußern und die Widerstands- und Zukunftsfähigkeit der Erde für den Menschen verringern und ins Risiko stellen"

Der Milliarden Joker
Von Mitglied Prof. Franz-Josef Radermacher

Die internationale Klimapolitik braucht einen neuen Denkrahmen, einen neuen »Frame«, wenn das Zwei Grad-Ziel noch eine Chance haben soll. Denn die Weltgemeinschaft droht im Klimabereich zu scheitern. Die Zeit läuft davon.

Neben  der  Politik  brauchen  wir  deshalb  einen zweiten  starken  Akteur  in der Klimapolitik,  und  zwar  den  wohlhabenden  Teil  der  Weltbevölkerung, etwa 1 bis 2 Prozent der Weltpopulation, die über alle Länder der Welt - reiche,  weniger  reiche  und  arme – verteilt  sind  und  zum  Teil  sehr  hohe CO2-Emissionen erzeugen: 50, 100, 500 und sogar 1000 Tonnen CO2-Emissionen pro Kopf und Jahr. Die sogenannten »Top Emitters«

​CLUB OF ROME im Blick: Der Info-Verteiler

Als multidisziplänre Denkfabrik vereint die Deutsche Gesellschaft CLUB OF ROME Menschen verschiedenster Hintergründe und versteht sich als Ermöglicher zur Entwicklung einer positiven Idee der Zukunft: Wir öffnen Reflexionsräume im Sinne eines „Abenteuer des Geistes“, um alte Glaubenssätze hinter uns zu lassen und wirklich neue Wege zu erkennen.

 

Gerne informieren wir Sie über exklusive Positionen & Meinungen unserer Mitglieder, Veröffentlichungen - wie Berichte an den CLUB OF ROME - oder Möglichkeiten unsere Mitglieder auf Veranstaltungen zu erleben.

Prof. Mojib Latif,

Präsident der Deutschen Gesellschaft CLUB OF ROME

Ermöglichen und unterstützen Sie unsere Arbeit durch eine Spende:
​​

SPENDEN-300x160.png
Bankverbindung

Deutsche Gesellschaft Club of Rome e.V.

 

IBAN: DE89200505501252124191

BIC: HASPDEHH

Kontakt bei Fragen oder Anregungen:

Andreas Huber, Geschäftsführung

huber@clubofrome.de

Inspirierend